Dichtung
Ich ordne meine Texte folgenden Kategorien zu:
Gedichte/Lyrik – Gereimtes aus Gedanken und Gefühlen zu entsprechenden Themen.
Perspektiven – wo ich welche sehe oder vermisse, poetisch festgehalten.
Geistestropfen - kurze Gedankengänge festgehalten.
Betrachtungen - lange Gedankengänge launig notiert.
Sketche/Szenisches - (in Arbeit)
Auswahltexte
Wechselspiel
Das Leben ist ein Wechselspiel:
Auf Regen folgt Sonne.
Hinter Schatten ist Licht.
Gestern war Trübsal, heute ist Wonne.
Aus Tiefen sind Höhen in Sicht.
Nach einem Streit ersehnt man sich Frieden.
Nach einem Verlust winkt wieder Gewinn.
Nach Übereifer ist Demut geblieben.
In der Not offenbart sich oft ein Sinn.
Erst eine Lüge enthüllt eine Wahrheit,
und Zweifel führen zum Glauben hin.
Der Frust ist auch ein Weg zur Klarheit,
und jedem Ende folgt ein neuer Beginn.
Nach Eiseskälte erfreut uns sommerliche Wärme.
Im Leid spendet doch die Hoffnung letzten Trost.
Beim Abschied sagt man ‘Auf Wiedersehen’ gerne,
und dass Liebe schmerzen kann, ist ihr ureigenst’ Los. (aus: „Gedichte“)
Bäume im Winter
Ich sah Euch stehn bei minus fünf Grad Kälte
im Park, den ich vor kurzem erst durchschritt,
und dachte: auch wenn es nicht der Anblick ist derselbe,
so gebt ihr ohne Blattwerk heute ab das schönste Bild.
Und wenn erst Schnee auf Ästen liegt und glitzert
im Schein der winterlichen Sonn so klar,
selbst Reif nur glänzt auf hölzernem Geripp, das zittert -
ihr seid in jeder Farbe eine Pracht das ganze Jahr. (aus: „Gedichte“)
Süß ist die Lüge
Süß ist die Lüge,
schwüllastend ihr Duft,
verrucht die Intrige
und spannend die Kluft
zwischen ja und vielleicht,
zwischen nein und kann sein,
hier spielt der Waage Zünglein fein.
Tragisch die Liebe,
verloren ein Traum,
entfesselt die Triebe,
durch Zeit und Raum
beherrscht uns Versuchung,
verführt uns Fantasie;
bedroht ist stets die Harmonie.
Hoffnung, sie taumelt,
der Wille so schwach,
Damokles’ Schwert baumelt,
das Hirn liegt fast brach
und die Moral scheint verloren.
Sich fügen heißt das Spiel.
Gewinnst du es, verlierst du viel. (aus: „Gedichte“)
Demokratie
Demokratie wird beliebig
und freizügig interpretiert.
Politik gibt sich gefügig,
was Politiker nicht geniert.
Politik fein herausgeputzt,
den Lobbyisten angepasst,
von der Wirtschaft zurechtgestutzt,
ist sie beim Volk nur noch verhasst.
Moralparolen breit gestreut,
Gerüchteküche voller Dampf,
Pseudowahrheiten unter d’Leut,
Topnews-Flut im Medienkampf.
Dank jenen, die sich dann wehren
gegen demokratischen Frust,
und nachdrücklich aufbegehren
gegen die Macht- und Klüngellust.
Nicht der Gier, dem Geist gebt Freiheit,
schon früh das Dichterwort uns lehrt.
Demokratie ist Lauterkeit,
ein hohes Gut und lebenswert. (aus: „Gedichte“)
Lebenssinn
Wenn nur dies gelingt: dem Alltag ein Gesicht zu geben,
sein Einerlei mit Freude und Hoffnung zu beleben,
den guten Glauben zu dem höchsten Gut zu erheben,
dann haben wir diesem Leben einen Sinn gegeben. (aus: „Geistestropfen“)
Vom Denken
Der eine, der denkt gar nichts,
der andere nur an sich selbst.
Im Geiste sind sie Brüder,
gleich schlimm, wen du auch wählst. (aus: "Geistestropfen")
Ordnung und Chaos
Die Ordnung rief: „Was für ein Chaos!“
Das Chaos blieb gelassen und wirkte vor sich hin.
Die Ordnung aber empörte sich
und drohte: „Ende diesem Chaos!“ -
und wütete im Chaos blind. (aus: „Geistestropfen“)
Wege
Von der Wiege bis zur Bahre,
von der Krippe bis zum Kreuz:
Mensch, bedenk die Wege,
die sich offenbaren,
Chancen, Hilfen sondergleich.
Tausendfach am Ende waren
die Erfahrungen so reich. (aus: „Geistestropfen“)
Das Leben ist ein Gedicht
Das Leben ist ein Gedicht
mit Versen analog den Jahren
rhythmisch, ausdrucksvoll und dicht,
gereimt oder ungereimt im Verfahren.
Die Zeilen sind die Tage
und der Buchstabe steht für die Stund.
Dichten ist manchmal Plage
und das Leben auch nichts anderes im Grund. (aus: „Geistestropfen“)
Entschwunden
Wenn dein Blick meinem Blick ausweicht,
und bleibt verloren unerreicht,
wie viel ist dann noch da
von unsrem einst gelobten Ja?
Bist du eingetaucht in Träume,
suchst du freie Lebensräume?
Siehst nur in deiner Ferne mich;
nimmst mich noch wahr gelegentlich?
Wenn mein Blick deinem dann ausweicht,
ist jener Punkt für uns erreicht:
heißt Schluss, weil offenbar
vertrauter Anblick einmal war. (aus: „Perspektiven“)